Die Geschichte vom alten Theo.
 
Hallo Kinder! Kennt jemand von euch den alten Theo? Nein?
Nun. Der alte Theo ist eine Dampflok. Er ist schon über 60 Jahre alt, genau gesagt 63. In seinen jungen Jahren war er eine der schnellsten und schönsten Dampfloks die es damals gab. Aber das ist schon lange her. Theo kann mit den neuen elektrischen Loks nicht mehr mithalten. Das macht In sehr traurig. Aber am traurigsten wird Theo, wenn er an seinen guten Freund August denkt. August ist sein Lokführer. Das heißt, eigentlich muss man ja sagen, August war sein Lokführer. August ist nämlich auch schon alt und nun ist es Zeit für Ihn mit der Arbeit aufzuhören. Heute ist der letzte Tag an dem August und Theo zusammen über die Schienen rattern.
Theo weiß genau, wenn August erst weg ist, dann wird man Ihn bestimmt zum alten Eisen schieben und August wird er nie wider sehen. Und je mehr er darüber nachdenkt umso trauriger wird er.
August hingegen scheint die ganze Sache zu freuen. Er strahlt übers ganze Gesicht, so als hätte er noch keinen schöneren Tag erlebt.
Als der Tag zu ende ist kommt August zu Theo, streichelt Ihm über das linke Vorderrad und sagt: "So mein Alter. Jetzt haben wir es geschafft. Wir hatten viele schöne Stunden auf den Gleisen, nun heißt es Abschied davon nehmen." Theo senkt die Augen und fängt beinahe an zu weinen. "Machs gut. August." Sagt er noch zum Abschied.
In der darauf folgenden Nacht hatte Theo böse Alpträume. Er träumte, das viele Männer Ihn abholen und mit Ihm an einen Ort fahren an dem er noch nie war. Gerade als sie dort ankommen, wacht Theo auf. Er hat Angst und denkt: "Das kann nur der Weg zur Schrott presse gewesen sein." Schließlich schläft er nach einiger Zeit wider ein.
Am Morgen wird er von vielen Stimmen aufgeweckt. Sie sprechen alle durcheinander und Theo kann beim besten Willen nicht verstehen wovon sie reden. Sofort erinnert er sich an seinen Traum von letzter Nacht und denkt: "Nun ist es soweit. Jetzt schicken sie mich zur Schrott presse. Na ja, ich hatte eine wirklich schöne Zeit mit August."
Theo war so in Gedanken, das er gar nicht merkt wie Ihm die vielen Männer Ketten und Gurte anlegen. Jetzt steht plötzlich ein Kran neben Ihm. Die Ketten und Gurte hängen alle an dem großen Arm vom Kran. Und Theo alles richtig begreift ist er auch schon in der Luft. Er schwebt über den Gleisen und über die Köpfe der Männer hinweg auf einen riesigen Sattelschlepper zu. Der Kran setzt Ihn vorsichtig darauf ab. Gar nicht lange danach geht die Reise auch schon los.
Sie fahren auf einer Straße. Das hat Theo noch nie gemacht. Am Straßenrand stehen viele Menschen, darunter besonders viele Kinder. Einige von Ihnen winken Ihm sogar zu. Er ist sehr aufgeregt und weiß überhaupt nicht mehr was er von alle dem halten soll.
Jetzt halten sie an. Da steht auf einmal, hinter einer Gruppe Kinder, sein guter alter Freund August. Theo geht es jetzt gleich viel besser.
Da ist auch der Kran wider. Der Kran lässt Theo noch einmal schweben. Er setzt Ihn dieses Mal auf ein Paar Gleise die direkt in ein großes Haus führen. Über dem Eingangstor steht in großen Buchstaben "MUSEUM".
Da endlich weiß Theo wohin seine letzte Reise Ihn geführt hat. August erzählt Ihm nun, dass er und Theo in Zukunft, im Museum, allen die es wissen wollen, von ihren Abenteuern und Reisen berichten werden. Das gefällt Theo. Er ist jetzt sehr glücklich und hat den bösen Traum von letzter Nacht schon ganz vergessen.